Kreistag beschließt Feuerschutzzentrum

Kreistag beschließt Feuerschutzzentrum

Integrierte Wache für Krankentransportdienst / SPD kritisiert Vorgehen des Landrats

Märkischer Kreis. Die Feuerwehr ist zufrieden, die Fraktionen stimmten mit großer Mehrheit zu und die Verwaltung kann einen Erfolg verbuchen: Der Kreistag segnete gestern die Konzeption für ein neues Feuerschutz und Rettungsdienstzentrum im Märkischen Kreis ab. Integriert wird in diesen Neubau die Rettungswache für den Krankentransportdienst.

Das Gebäude soll nach dem Gutachten des Büros „forplan“ in zentraler Lage und in der Nähe der A 45 entstehen. Zugleich wird die Berufsfeuerwehr Iserlohn weiterhin das Servicezentrum für die Schlauchwäsche und die Wartung der Atemschutzgeräte betreiben. Also alles klar? Ganz und gar nicht. SPD-Fraktionschefin Angelika Machelett griff vor der Abstimmung CDU-Landrat Thomas Gemke in ungewöhnlich scharfer Form an. Der Beschlussvorschlag sei mit den Feuerwehren abgestimmt, hinter verschlossenen Türen hätten Landrat und Gutachter die Eckpunkte verhandelt. Die Politik habe in dem Entscheidungsprozess so gut wie keine Rolle gespielt.

„Die Art und Weise, in der Sie in dieser Sache Maulkörbe verteilt und Sprachregelungen verordnet haben, sucht sicherlich ihresgleichen. Bei einer anderen Sache als den Feuerwehrbelangen hätten wir das so nicht hingenommen.“ Die Genossen stimmten zu, weil die Feuerwehr „händeringend auf das Zentrum wartet“. Auf Anregung der SPD wird ein Arbeitskreis das Vorhaben politisch begleiten. Von der Tatsache, dass beide Lager im Kreistag eine Kooperation verbindet, war bei diesem Tagesordnungspunkt herzlich wenig zu spüren. „Aber etwas Kritik kann der Landrat vertragen“, so die Fraktionschefin.

Damit sparten auch die Linken nicht, die allerdings frei von Bündnissen sind. „Der Landrat hat mit viel Druck das Thema in eine Richtung gelenkt“, so Manuel Huff. Der Fraktionsvorsitzende bemängelte die Vergabe der Gutachten an dasselbe Büro. So habe „forplan“ in der ersten Untersuchung (39 000 Euro) Iserlohn favorisiert, im zweiten Aufschlag (30 000 Euro) den zentralen Standort vorgeschlagen. „So wurde dem Wunsch der Verwaltung entsprochen und der Kreistag vorgeführt. Das Geld hätten wir uns sparen können.“

Quelle: Bernd Eiber

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